0049 361 222 48 40
KenFM im Gespräch mit: Thomas Mayer - Die neue Ordnung des Geldes

KenFM im Gespräch mit: Thomas Mayer - Die neue Ordnung des Geldes

Wer Scheiße baut, muss dafür auch haften! Thomas Mayer ist Volkswirt, Banker und war den größten Teil seines Lebens f....

    Wer Scheiße baut, muss dafür auch haften! Thomas Mayer ist Volkswirt, Banker und war den größten Teil seines Lebens für die Hochfinanz an den „Märkten“ tätig. Zu seinen Arbeitgebern gehörte neben Goldman Sachs auch der IWF oder die Deutsche Bank Gruppe. Hier war er als Chefvolkswirt und auch für den Bereich Research tätig. Mit dem Jahr 2008 änderte sich auch seine Sicht auf die eigene Branche. Plötzlich zeigte sich, dass das bisher abstrakt wirkende Kaufen-Verkaufen-Spiel eine gefährliche Verzahnung auf das echte Leben hat. Angela Merkel musste vor die Presse treten, um den Bürgern zu versichern, ihre Sparkonten seien sicher, nur weil an der Wall Street eine Bank namens Lehman Brothers sich verzockt hatte. Doch aus dieser Pleite entwickelte sich ein global tosender Finanz-Tsunami der Hunderttausenden die Existenz kostete und auch Angela Merkel hätte bei einem Banken-Run ihr Versprechen niemals halten können. Sie hatte schlicht gelogen, um einer Panik entgegenzuwirken. Spätestens jetzt dämmerte es auch einem naiven Laien, der sich für einen Profi hielt - und von denen gab es gerade in der Finanzwirtschaft jede Menge - , dass der kleine Banker der Sparkasse deines Vertrauens mit einem Investmentbanker aus Frankfurt a.M., London oder NYC in etwa so viel gemeinsam hatten, wie ein Schlauchboot mit einem Flugzeugträger. Auch der bis dato äußerst erfolgreiche Thomas Mayer wurde durch die Lehman-Pleite herbe geweckt. Die Image-Blase des kreativen Geldmanangers platzte und hinterließ einen unmoralischen Beigeschmack. Wovon war er da Teil?, frage sich Mayer. Welche Auswirkungen hatten seine abstrakten „Empfehlungen“ für das echte Leben? Der Entwicklungsökonom verabschiedete sich von seinen bisherigen Arbeitgebern, um sich einer fundierten Analyse des Geldsystems zu widmen. Heraus kam 2014 das viel beachtete Buch „Die Neuordnung des Geldes - warum wir eine Geldreform brauchen.“ Es geht um elementare Erkenntnisse zum Thema Geld und warum wir um einen völligen Reset nicht herumkommen. Thomas Mayer war lange Teil des Systems, um so wichtiger ist es, ihn als Geläuterten zu Wort kommen zu lassen. Wie funktioniert das System intern? Wie wird vor allem die Karriereleiter dazu genutzt, um Neueinsteigern die Bodenhaftung zu nehmen? Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institut in Köln. Wir trafen den Schwaben an einem Tag, an dem Nicht-Kölner die Stadt am besten verlassen. Rosenmontag. Die Frage: "Wer Scheiße baut, muss dafür auch haften?", beantwortet er im Gespräch eindeutig. ....
KenFM im Gespräch mit: Rainer Rothfuß und Owe Schattauer

KenFM im Gespräch mit: Rainer Rothfuß und Owe Schattauer

„Reisen ist tödlich für Vorurteile“ Diese Aussage stammt vom amerikanischen Schriftsteller Mark Twain. Twain erkannte....

    „Reisen ist tödlich für Vorurteile“ Diese Aussage stammt vom amerikanischen Schriftsteller Mark Twain. Twain erkannte sehr früh, dass Reisen bildet und Erfahrungen, die man selber auf Reisen gesammelt hatte, immun machen gegen jedwede Form der Propaganda. Twain war rund neun Jahre allein in Europa unterwegs. Europa geht nahtlos nach Asien über, auch wenn Geostrategen der Bevölkerung ständig weismachen wollen, man müsse, um nach Asien zu kommen, ein Flugzeug oder Schiff benutzen. Ein Blick auf die Landkarte macht klar, Euroasien ist selbst zu Fuß zu durchschreiten. Berlin-Moskau-Peking lassen sich auf normalen Straßen anfahren. Warum besuchen wir nicht einfach unsere Nachbarn und warum fangen wir nicht mit Russland an? Druschba! 2017 findet zum zweiten Mal die Freundschaftsfahrt Berlin-Moskau statt. Die Reisenden können sich zwischen dem 23. Juli - 13. August auf insgesamt 7 Routen durch 45 russische Städte begeben. Jeder ist eingeladen, Land und Leute kennenzulernen. Russland ist eine Reise wert. Wer zeitlich nicht in der Lage ist, die vollen drei Wochen mit dabei zu sein, kann sich der Freundschaftsfahrt jederzeit anschließen oder diese wieder verlassen. Das Motiv zählt. Frieden in Europa. Jetzt und in der Zukunft. Auch hier hatte Mark Twain die richtige Botschaft formuliert: „Natürlich kümmere ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines Lebens darin zu verbringen.“ KenFM sprach mit den bekanntesten Organisatoren der Freundschaftsfahrt, Prof. Rainer Rothfuß und Owe Schattauer. ....
KenFM im Gespräch mit: Elliott C. Harris

KenFM im Gespräch mit: Elliott C. Harris

Elliott C. Harris lebt ein bewegtes Leben. Geboren auf den Bahamas, groß geworden in Trinidad & Tobago, zieht es ihn ....

    Elliott C. Harris lebt ein bewegtes Leben. Geboren auf den Bahamas, groß geworden in Trinidad & Tobago, zieht es ihn in jungen Jahren in das nicht ganz so sommerliche Deutschland. Bei dieser Entscheidung spielt neben seiner Liebe zur klassischen Musik, vor allem der Entschluss Wirtschaftswissenschaften zu studieren eine große Rolle. Das „Wirtschaftswunder BRD“, insbesondere die Koexistenz von wirtschaftlicher Leistung und sozialer Gleichheit möchte er aus nächster Nähe erleben. Nachdem Harris sein Studium in Kiel erfolgreich abgeschlossen und nebenbei „in der Kneipe“ ebenso erfolgreich Deutsch gelernt hat, beginnt er, 1988 für den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu arbeiten. Dort hält es ihn 25 Jahre lang, bevor er 2013 als Quereinsteiger bei der UNO anheuert. Zwei Jahre später wird er schließlich vom damaligen UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon zum Direktor des New Yorker Büros der UN-Umweltbehörde UNEP ernannt. Seine Rolle interpretiert er als die eines „Status Quo-Bewahrers“, der Probleme und Konfliktpotenziale so weit eindämmt, dass sie nicht in die Unlösbarkeit abrutschen. Geht es nach Harris, haben wir Globalisierung falsch verstanden. Es geht nicht darum, in einem globalen Wettkampf auf Teufel komm raus Gewinner und Verlierer zu produzieren, sondern um gemeinsames, problemorientiertes Denken. Die gigantischen Herausforderungen unserer Zeit werden einzelne lokale Politiker nicht alleine bewältigen. Wer etwa den Klimawandel besiegen möchte, muss außerhalb von Nationalstaaten denken. Unabhängigen Institutionen wie dem IWF und der UNO kommt dabei eine Vermittlerrolle zu – Vermittlung zwischen Kapitalismus und Umweltschutz, Wettbewerb und Menschenrechten. Es gibt sicher leichtere Aufgaben. Wir erlebten in Elliott Harris einen Mann mit ungebrochenen Optimismus, angetrieben von dem Gedanken, die Welt seiner Enkelkinder zu einem friedlicheren Ort zu machen.....
KenFM im Gespräch mit: Bernhard Trautvetter

KenFM im Gespräch mit: Bernhard Trautvetter

"Militärisches Gleichgewicht ist keine Friedensgarantie, sondern eher eine Herausforderung zu kriegerischem Kräftemessen....

    "Militärisches Gleichgewicht ist keine Friedensgarantie, sondern eher eine Herausforderung zu kriegerischem Kräftemessen." Wer diese Erkenntnis von Carl Friedrich von Weizsäcker ernst nimmt, kann sich nur an den Kopf fassen, wenn er sich die Ausgaben für militärisches Gerät 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ansieht. Hat die Menschheit wirklich so wenig aus diesem Blutbad gelernt? Offensichtlich. Nicht nur, dass wir heute mehr Atombomben besitzen, um die Erde gleich mehrfach in die Luft zu sprengen, nein, wir tun auch alles dafür, dass der Krieg immer stärker automatisiert wird. Filme, wie Terminator oder 12 Monkeys, scheinen eher eine Inspiration, denn ein abschreckendes Beispiel für die Planer zukünftiger Kriege gewesen zu sein. Ganz vorne mit dabei ist die NATO. Als gäbe es keine edleren Ziele auf diesem Planeten, als möglichst effizient Menschen durch Maschinen schlachten zu lassen. Die NATO, ein schon heute bis an die Zähne bewaffnetes "Verteidigungsbündnis", bereitet sich auf eine Zukunft vor, in der Menschen für den Krieg nur noch als Opfer vorgesehen sind. Die Täter werden in Zukunft Maschinen sein, die vollautomatisch entscheiden, wer vernichtet wird, wer überleben darf. Das alles ist kein Alptraum in ferner Zukunft, es ist schon heute Teil der Praxis. KenFM sprach mit dem Friedensaktivisten Bernhard Trautvetter über die Zukunft des Krieges und damit über die Zukunft der Menschheit. Während es dieser Spezies nicht gelingt, den Überfluss an Grundnahrungsmitteln fair auf diesem Planeten zu verteilen, ist es überhaupt kein Problem, jederzeit und an jedem Ort Menschen mit militärischem High-Tech-Gerät umzubringen. In Zukunft soll das auch ohne die persönliche Entscheidung eines echten Menschen geschehen. In Zukunft töten Programme. Man nennt das die „Militärische Intelligenz“, doch die ist ein Widerspruch in sich. ....
KenFM im Gespräch mit Dr. Christian Kreiss

KenFM im Gespräch mit Dr. Christian Kreiss

Es gab Zeiten, da herrschte der Mangel. Wer sich etwas anschaffen wollte, musste nicht nur lange sparen und dann bar ....

    Es gab Zeiten, da herrschte der Mangel. Wer sich etwas anschaffen wollte, musste nicht nur lange sparen und dann bar bezahlen, er musste vor allem auf das jeweilige Produkt warten. Konsumgüter, die rar sind, haben einen höheren Wert. Auch emotional. Man verbindet mit ihnen auch das, was man Vorfreude nennt. Die Zeit der Vorfreude ist vorbei. Die Gegenwart hält nahezu alles im maximalen Überfluss für uns bereit. Man kauft in Raten und finanziert das meiste über Kredit.....
Geldschöpfung - Die verborgene Macht der Banken

Geldschöpfung - Die verborgene Macht der Banken

KenFM im Gespräch mit Horst Seiffert....

KenFM im Gespräch mit: Ulrich Teusch   Lückenpresse

KenFM im Gespräch mit: Ulrich Teusch Lückenpresse

"Es gibt n u r ein perspektivisches Sehen, n u r ein perspektivisches ‚Erkennen‘; und je mehr Affekte wir über eine Sach....

    "Es gibt n u r ein perspektivisches Sehen, n u r ein perspektivisches ‚Erkennen‘; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser ‚Begriff‘ dieser Sache, unsere ‚Objektivität‘ sein." Diese Erkenntnis von Friedrich Nietzsche und ist von zentraler Bedeutung, vor allem, wenn man sich entschließt, den Beruf des Journalisten auszuüben. Bis heute lernen Journalisten während des Studiums und später in den Redaktionen, sie mögen bitte objektiv sein. Doch diese geforderte Objektivität existiert gar nicht. Niemand ist neutral. Wir alle haben Standpunkte, Meinungen und sind individuell sozialisiert. Kein Mensch kann daher ein objektives, ein all umfassendes Bild von einer Person oder einem Geschehen produzieren, denn schon der Auswahl einer Story geht eine höchst subjektive Entscheidung voraus. Der Teil der Realität, der es in die Zeitung, die Talkshow, die Nachrichten geschafft hat, ist immer nur ein winziger Ausschnitt der unüberschaubaren Gegenwart. Massenmedien beschreiben daher nicht die Realität, sie erzeugen ein Paralleluniversum, das für den Durchschnittskonsumenten zur Gegenwart wird. Dieser Eindruck fußt dann aber auf einer Selbsttäuschung. Presse ist nur perspektivisch vermittelbar. Nur durch die Konzentration, das Erzeugen von Lücken, ist Information vermittelbar. Wer einen bestimmten Standpunkt vermitteln will, muss den größten Teil aller anderen Standpunkte konsequent ausblenden, um nicht zu verwirren. Der Begriff "Lügenpresse", der in großen Abständen immer wieder auf der Straße Hochkonjunktur erfährt und das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Mainstreampresse zum Ausdruck bringen soll, beruht daher auf einer Fehleinschätzung der Presse an sich. Presse lügt immer, wenn man sie daran misst, ob sie die absolute Wahrheit publiziert. Das kann sie gar nicht. Eine Lüge beginnt aber schon dann, wenn man bewusst Teile der Wahrheit weglässt, obschon man weiß, dass dieses Weglassen zu einer groben Verzerrung dessen führen würde, was man tatsächlich weiß. Presse ist immer Lückenpresse. Sie informiert nur zum Teil und das meiste von dem, was da draußen geschieht, steht eben nicht in der Zeitung, schafft es eben nicht über die Presse in unser Bewusstsein. Trotz oder gerade wegen dieser berufsbedingten Lücken bei der Berichterstattung, sollten Pressevertreter aufrichtig sein. Sie sollten stets einräumen, immer nur einen perspektivischen Ausschnitt der Realität veröffentlichen zu können. Der Absolutheitsanspruch, mit dem große Pressehäuser jahrzehntelang ihren Job gemacht haben, ist absurd und wird durch das Internet entzaubert. Das hat ernsthafte Folgen für die Machtstruktur der Eliten, die ihre Stabilität vor allem aus der Kontrolle der Medien bezogen haben. Massenmedien sind Kontrollinstrumente gegenüber dem Volk und werden durch entsprechende Gate-Keeper gesteuert. Dass dieses Netzwerk der Alpha-Journalisten es nicht mehr schafft, die Bevölkerung kollektiv an der Nase herumzuführen, indem relevante Informationen konsequent unterdrückt werden, zeigt der für die Eliten überraschende Wahlsieg eines vollkommenen Außenseiters wie Donald Trump. Trump konnte in den Lücken gedeihen, die von der Mainstreampresse erst erzeugt wurden. Das Netz ist zur ernsthaften Konkurrenz der kontrollierten Presse geworden. Das Meinungskartell verliert an Boden. Die Lücken der Presse werden zur Chance für die Demokratie, wenn hier ein neuer Netzjournalismus das Vertrauen der Bürger gewinnt. KenFM traf sich mit Prof. Dr. Ulrich Teusch, um mit ihm über dessen aktuelles Buch "Lückenpresse" zu sprechen. Es handelt sich um eine detaillierte Analyse der Medienkrise. Teusch prophezeit das Ende der Presse, wie wir sie bisher kannten. Der Wahlsieg Trumps gibt seinen Thesen recht. ....
Hilfe zur Selbsthilfe - KenFM im Gespräch mit Athanassios Giannis

Hilfe zur Selbsthilfe - KenFM im Gespräch mit Athanassios Giannis

Athanassios Giannis wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts in einem vom Zweiten Weltkrieg massiv gezeichneten Griechenl....

    Athanassios Giannis wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts in einem vom Zweiten Weltkrieg massiv gezeichneten Griechenland geboren. Er wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Bücher waren in seiner Welt ein sehr kostbares, teures und daher seltenes Gut. Doch die Welt der Bücher und der Bildung zogen Athanassios magisch an. Als in seiner Nachbarschaft ein Touristenehepaar aus Deutschland regelmäßig seinen Urlaub verbrachte, stieß der junge Grieche auf deren Bücher und ihre fremde Sprache. Dieser Zufall gab dem Leben von Athanassios Giannis eine entscheidende Wendung. Der Autodidakt brachte sich die Grundzüge der deutschen Sprache selber bei und beschloss, später in Deutschland eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Heute leitet Prof. Dr. Athanassios Giannis an der Universität Leipzig eine eigene Abteilung für organische Chemie und Mineralogie. Grundlagenforschung mit dem Fokus, neue Medikamente für den Menschen zu produzieren. Giannis hat neben Chemie auch Medizin studiert. Er ist ein wandelndes Lexikon. Was Giannis auszeichnet, ist der Umstand, dass er nie seine Wurzeln vergessen hat. So kam der Vater von fünf Kindern während der Hochzeit der Griechenlandkrise auf die Idee, seiner von der Bankenmafia geschundenen Heimat mit Medikamenten und medizinischem Gerät zu helfen. Nur, wie sollte der Professor das von der Uni Leipzig aus bewerkstelligen? Über den Journalisten Dirk Pohlmann, mit dem Prof. Giannis befreundet ist, kam die Idee der Griechenlandhilfe zu KenFM.....
KenFM - Me, Myself and Media 29 – Energiewende statt Terrorbekämpfung!

KenFM - Me, Myself and Media 29 – Energiewende statt Terrorbekämpfung!

Die aktuelle Ausgabe von Me, Myself and Media wurde in der Nacht des 22. Dezember aufgezeichnet. Nach Anis Amri, dem am ....

    Die aktuelle Ausgabe von Me, Myself and Media wurde in der Nacht des 22. Dezember aufgezeichnet. Nach Anis Amri, dem am 23. Dezember in Mailand erschossenen Tunesier, wurde bereits in großem Stil gefahndet. Dass er es wohl nicht lebend vor ein deutsches Gericht schaffen würde, wird bereits Stunden vor seinem Tod in der Ausgabe formuliert. So kam es.....
KenFM im Gespräch mit: Gaby Weber

KenFM im Gespräch mit: Gaby Weber

Gaby Weber ist das, was man eine Nervensäge nennt. Nur, dass diese Nervensäge seit Jahrzehnten mit einem Presseausweis u....

    Gaby Weber ist das, was man eine Nervensäge nennt. Nur, dass diese Nervensäge seit Jahrzehnten mit einem Presseausweis unterwegs ist und auch dann immer noch nachbohrt, wenn andere längst aufgegeben hätten. Nicht, weil es keine neuen Fakten zum Fall X geben würde, sondern im Gegenteil. In den Chefetagen der großen Medienhäuser existiert Unabhängigkeit von der Politik nicht ab Werk. Sie kommt und geht, was mit der Haltung von Chefredaktionen und Intendanten zu tun hat. Aber auch altgediente Schlachtschiffe des investigativen Journalismus mit Linksdrall haben enorme Probleme, wenn eine Geschichte der eigenen Ideologie widerspricht. So musste Gaby Weber es immer häufiger erleben, dass sie ihre Geschichten nicht loswurde, wenn sie herausfand, dass auch linke Regierungen extrem korrupt sein konnten und sind. Gaby Weber lebt seit über 20 Jahren in Südamerika und beobachtet von Buenos Aires aus, wie der Kontinent zwischen den Interessen des Imperiums und linken Dogmatikern aufgerieben wird. Sie berichtet über Morde an Gewerkschafter, die sich von Mercedes Benz nicht ausbeuten lassen wollten, über geheime Atomdeals zwischen Israel und der alten BRD und immer wieder über die Geschäftstätigkeit der CIA in ganz Südamerika. Gaby Weber recherchiert vor allem in den großen Archiven. Wenn man ihr Akten vorenthält, klagt sie. Auch das macht sie zur Nervensäge für die Justiz, denn oft ist der BND die andere Partei. KenFM traf Gaby Weber, die lange Jahre auch beim SFB in Berlin gearbeitet hat, um mit ihr über den Journalismus im Allgemeinen und ihren aktuellen Film im Speziellen zu sprechen. Dieser Film trägt den Titel: „Krater für den Frieden“. Er wurde von ihr mit bescheidenen Mitteln selber realisiert und auf Youtube veröffentlicht. Die Geschichte war den großen Anstalten zu heiß. Es geht im Kern um die Anstrengungen, die der militärisch-industrielle Komplex unternahm, um die Abrüstung nach einem Ende des Kalten Krieges zu überleben. Vor allem das deutsch-russische Verhältnis wurde entscheidend sabotiert, denn die Idee des damaligen russischen Staatschefs musste mit allen Mitteln hintertrieben werde. Nikita Sergejewitsch Chruschtschow fordert 1960 auf einer Gipfelkonferenz in Paris ein neutrales Deutschland, das weder der NATO noch dem Warschauer Pakt angehören sollte. Dafür sollte Deutschland schon 1960 wiedervereinigt werden. Warum sind diese Fakten den deutschen Leitmedien keinen Sendeplatz wert? Wir können Nervensägen mit Presseausweis, wie sie Gaby Weber darstellt, heute an einer Hand abzählen und wir brauchen dazu nicht mal alle Finger. ....
Me, Myself and Media 28 – Kontrollverlust

Me, Myself and Media 28 – Kontrollverlust

Massenmedien sind keine neutralen Maschinen, die Informationen verbreiten; Massenmedien sind Werkzeuge, deren Aufgabe es....

    Massenmedien sind keine neutralen Maschinen, die Informationen verbreiten; Massenmedien sind Werkzeuge, deren Aufgabe es ist, die Massen zu lenken und zu kontrollieren. Massenmedien sind entweder im Besitz privater Oligarchen, oder aber verfügen über eine staatliche Hierarchie, eine Pyramiden-Struktur. An den entscheidenden Positionen sitzen sogenannte Alpha-Journalisten, deren primäre Aufgabe es ist, dass nur bestimmte Informationen und nur eine vorab gelernte Weltsicht vermittelt wird. Elitäre Kontrolle durch das Einschränken der via Presse vermittelten Realität, in Kombination mit Propaganda, haben eine lange Tradition. Mit dem Auftauchen des Internets entstand die Möglichkeit, sich an den Gatekeepern vorbei zu informieren und über die Welt schlau zu machen. Binnen weniger Jahre ist parallel zu den elitär kontrollierten Presse-Netzwerken die Möglichkeit gewachsen, die vorgekauten Informationen der kontrolliert geführten Pressekonzerne, ob privat oder staatlich auftretend, zu hinterfragen und völlig andere Sichtweisen kennen zu lernen. Konkurrenz belebt das Geschäft! Nur, diese Konkurrenz auf dem Meinungsmarkt führt zunehmend zu einem Verlust der Glaubwürdigkeit bei etablierten Presseorganen. Die Bürger haben mit dem Netz die Möglichkeit erhalten, die Eliten beim Lügen zu überführen oder große Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung der Realität zu erkennen. Hier findet ein Prozess statt, an dessen Anfang wir gerade erst stehen. Das Netz hat sich zu einem digitalen Aufwachzimmer gemausert. Die Macht beginnt, sich zu verschieben. Vom Anbieter von Informationen hin zum Nachfrager von Informationen. Der Nachfrager, der Konsument, folgt jetzt seinem Instinkt, er ist nicht mehr auf die großen Player angewiesen. Die Folgen sind dramatisch, wie der Wahlsieg Trumps zeigt. Während man im Netz schon vor Monaten offen über dessen Sieg spekulierte, diesen mehr als ahnte, wurde von den Massenmedien bis unmittelbar nach der Auszählung der Stimmen ein Bild vermittelt, das den Sieg von Hillary Clinton als garantiert verkaufte. Das böse Erwachen nach der Wahl, die Katerstimmung, fand daher auch nur in den Medienhäusern und PR-Agenturen statt, während das Netz in dem Sieg Trumps eine massive Relativierung der Meinungshoheit zugunsten der breiten Bevölkerung erkannte. Der Sieg Trumps ist daher weit mehr als ein neues Gesicht im Weißen Haus, er bedeutet eine Zäsur, was embeddete Presse generell angeht. Die Eliten haben den Kontakt zur Straße verloren und schlagen jetzt wild um sich. Das erklärt, dass „ihre“ Medien noch immer wie unter Schock stehend agieren. Statt sachlich über Trumps Sieg und Clintons Fehlschlag zu berichten, schlagen nahezu alle großen Pressehäuser der westlichen Wertegemeinschaft weiter auf den jetzt neuen Mann in Washington ein. Dass sie das können, beweist erneut, dass die Macht in den USA nicht von Wahlen abhängt sondern von Netzwerken, und die geben sich nicht so leicht geschlagen. Diese Netzwerke agieren global und haben auch die deutsche Presse fest im Griff. Ihre Macht ist so groß, dass sie nicht nur Putin, Assad oder alternative Pressevertreter unter Propaganda-Feuer nehmen können, sondern auch einen US-Präsidenten, der nicht aus ihren Reihen stammt. DAS macht ihn so unberechenbar, aber eben vor allem für SIE, die Netzwerke. Die aktuelle Ausgabe von Me, Myself and Media trägt die Überschrift „Kontrollverlust“ und beschäftigt sich auf den ersten Blick vor allem mit Donald Trump. Bei genauerem Betrachten geht es aber um den Machtverlust der Eliten und ihre Werkzeuge, die man uns seit Jahrzehnten als „Freie Presse“ verkauft. Erst mit dem Netz hat die Presse angefangen, das zu erkämpfen, was man Freiheit nennt. KenFM ist Teil dieser Entwicklung und nur deshalb unabhängig, weil es Crowdfinanziert ist. Wir sind nicht erpressbar. Danke an alle, die erkannt haben, dass es ohne wirklich freie Presse keine echte Demokratie geben kann. „Journalismus ist etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.“ George Orwell. Unsere Bitte an die User lautet immer: Konsumiert neben KenFM so viele andere Quellen wie möglich, und vor allem überprüft die unseren. Zu jeder Ausgabe werden jede Menge Links mitgeliefert. Macht euch die Arbeit und taucht in die Materie ein. Wir wollen nicht, dass ihr uns blind vertraut und statt ausschließlich ZDF jetzt eben ausschließlich KenFM konsumiert. Bleibt unabhängig. Vor allem im Kopf. Diese Arbeit können und wollen wir euch nicht abnehmen. ....
KenFM-Positionen 8: Strukturen der Macht

KenFM-Positionen 8: Strukturen der Macht

Die Architekten der Macht müssen eine Kraft schaffen, die man spüren aber nicht sehen kann. Macht bleibt stark, wenn sie....

    Die Architekten der Macht müssen eine Kraft schaffen, die man spüren aber nicht sehen kann. Macht bleibt stark, wenn sie im Dunklen bleibt – wird sie dem Sonnenlicht ausgesetzt, verflüchtigt sie sich.....
KenFM - KenFM im Gespräch - Jorge Jurado (Botschafter Ecuadors a.D.)

KenFM - KenFM im Gespräch - Jorge Jurado (Botschafter Ecuadors a.D.)

Warum sich auch das große Europa eine Scheibe von Ecuador abschneiden kann.....

    Warum sich auch das große Europa eine Scheibe von Ecuador abschneiden kann.....