Marion Schneiders Iranreise

Von Shiraz nach Teheran - Marion Schneider berichtet von ihrer Reise über Khom, Kashan, Isfahan, Kerman und Yazd. Von den freundlichen, gottesliebenden, hilfsbereiten und höflichen Menschen, die sie traf. Von dem beeindruckenden Bildungssystem, in dem 60 % der Studenten Frauen sind - und auch von den Ungerechtigkeiten, die sie noch erleben müssen. Sie berichtet von den Sehenswürdigkeiten und dem täglichen Leben. Ein Beitrag von Stefan Kempf

Besucher & Bewertungen

Mein Besuch im Iran Zwölf Tage lang konnte ich den Iran der Jahre 2016/17 kennenlernen. Die ganze Zeit über hatten wir mit Majid Rafiie einen sehr erfahrenen Reiseführer an unserer Seite, und der Architekt Hooman Rahmati, der wie viele junge Leute im Iran von heute keine Arbeit in seinem Beruf finden kann, war unser exzellenter Fahrer. Nach der Landung in Shiraz besuchten wir Kerman, Yazd, Isfahan, Kashan und Teheran. Die ganze Zeit über musste ich als Frau im öffentlichen Raum eine Kopfbedeckung tragen. Ich sollte auch vermeiden, körperbetonte Kleidung zu zeigen, was die modernen iranischen Frauen dazu bewegt, bei kälterem Wetter einen kurzen Mantel zu tragen, während über die Hälfte der Iranerinnen den schwarzen, knöchellangen Schleier als Überwurf trägt. Meine wichtigste Erkenntnis ist die für mich erstaunliche Tatsache, dass ich eine ganze Menge Vorurteile in mir trug. Über diese möchte ich zunächst sprechen. Die Leser sollten wissen, dass ich mir dieser Vorurteile in keiner Weise bewusst war, verstand ich mich doch selbst als weltoffenes Wesen mit grundsätzlich positiver Haltung zu jeder Kultur. Beginnen wir mit dem größten Vorurteil: dass der Iran ein armes Land sei. Die ist nicht der Fall. Insofern war ich über alle Anzeichen des Wohlstands zunächst überrascht, wodurch ich mein Vorurteil erkannte. Niemand im Iran hungert. Die allermeisten Menschen, vor allem die Iraner, haben ein Dach über dem Kopf, fließend Wasser und die Möglichkeit zum Heizen, wenn es kalt ist. Sie sind in der Regel wohltätig und helfen ihren Mitbürgern. So können auch die über zwei Millionen Flüchtlinge, vor allem aus Afghanistan, aber auch aus Pakistan, ein Auskommen haben. Die meisten sind illegal und müssen fürchten, jederzeit deportiert werden zu können. Sie werden aber geduldet und leben vielfach mit ihrer ganzen Familie im Iran. Die meisten Männer sind als preiswerte Arbeitskräfte im Einsatz. Nun kommt der für mich verblüffendste Teil des Gegenteils von Armut: 70-80 Prozent aller Iraner/innen gehen zwölf Jahre zur Schule, machen also ihr Abitu und sind somit höchst gebildet. 15 % des Staatshaushalts fließen in die Bildung. Dies zeigt sich im täglichen Leben auf vielfache Weise. Eine davon ist die doch weit verbreitete Beherrschung der englischen Sprache. Wir trafen jedoch auch mehrere junge Leute, die fließend Deutsch sprachen. Meist hatten sie in Deutschland studiert. Der Wissensdurst der Iraner zeigte sich auch darin, dass bei jeder Gelegenheit Menschen zu uns kamen, um mit uns zu sprechen. Sie wollten wissen, woher wir stammen, wie es uns gefällt, wo wir schon waren und wohin wir reisen. Meist wollten sie auch genauer wissen, aus welchem Teil Deutschlands wir kommen. Viele der jungen Leute studieren nach ihrem Abitur. In den Zeiten „nach der Revolution“, wie die Periode nach dem Schah meist bezeichnet wird, also ab 1979, sind viele Universitäten im ganzen Land entstanden, die meisten davon liegen in privater Hand. Die Arbeitslosigkeit im Iran ist noch hoch. Sie liegt laut Angaben unseres Reiseführers derzeit zwischen 20 und 23 Prozent, wovon besonders die Jugend betroffen ist. So arbeiten viele Akademiker in nicht adäquaten Berufen wie dem Tourismus oder anderen Dienstleistungen. Der Wohlstand des Landes zeigt sich auch in dem Zustand der Straßen, Städte, Kleidung der Menschen, Fahrzeugen, Transportmitteln und im Umgang mit der Landschaft. In allen jetzt genannten Bereichen fand ich mehr Quantität und Qualität vor, als ich dies erwartet hatte. So muss ich mich fragen, woher eigentlich mein Bild vom Iran stammt und erkenne, dass ich kaum Bilder des Iran in meinem Kopf vorfinde – bevor ich die Reise antrat. Hier wäre doch zu wünschen, dass wir mehr Informationen über dieses wunderschöne Land vorbehaltlos und sachlich übermittelt erhielten. Ein weiteres Vorurteil, welches ich hatte, war die Annahme, dass vielleicht eine ähnliche Landschaft wie die, die ich kannte, auf meiner Reisetour zu erleben wäre. Dies war aber nicht der Fall. Obwohl ich schon in sehr vielen Ländern unterwegs war, war die iranische Reise eine ganz andere als ich sie mir auch nur vorstellen konnte. Wir bewegten uns immer in einer Höhe von mindestens 1.500 Metern. Dies bewirkt natürlich für einen Menschen wie mich, die ich gewöhnlich in einer Höhe von 150 Metern lebe, ein verändertes Körpergefühl. Ich fühlte mich zunächst schwächer und auch müder als gewöhnlich und auch ein wenig schwindlig. Es dauerte aber eine Weile, bis ich erkannte, woran dies liegt. Die höchste Höhe, die wir erreichten, waren 1.900 Meter. Die gesamte Strecke, die wir hinter uns brachten – es gab noch einige kleinere Orte, die wir besuchten, über die ich jetzt nicht sprechen werde – bewegte sich auf Schnellstraßen, die sich relativ gerade nur durch die Höhenunterschiede veränderten, da sie durch flaches Land führten. Rechts und links von unserer Straße fanden sich in der Regel Steppen, die manchmal mehr und manchmal weniger fruchtbar waren. Gelegentlich führten sie auch kurzzeitig in Wüstengebiete. Manchmal mehr, manchmal weniger weit entfernt von diesen Strecken bzw. Steppen und Wüsten befanden sich hohe Gebirge, die manchmal auch von Schnee bedeckt waren. Einige dieser Berge boten der Bevölkerung Einkommen durch den Abbau ihres Materials: heller und dunkler Kalk, Travertin, Marmor und Lehm. Damit verbunden gab es dann Handwerk und Industrie: Porzellan, Fliesen und Kacheln, Marmor- und Baumaterialhandel, Handwerk und Kunsthandwerk. In den Nebengebieten gibt es beeindruckende und teilweise stadtübergreifende Lehmbauten, viele von ihnen bis heute bewohnt. Wir sahen viele UNESCO-Kulturstätten. Der Iran hat sich hier sehr engagiert, und das mit Recht. Ich habe irgendwann nicht mehr weiter die Anzahl der Moscheen gezählt, die wir besuchten. Iran ist ein gottesfürchtiges Land. Die Menschen lieben Gott jedoch mehr als sie ihn fürchten. Dies macht einen großen Unterschied. So sind die 114 Koransuren, die Mohammed von Gott über dessen Boten Gabriel empfing, größtenteils darauf gerichtet, die Menschen zu gutem mitmenschlichen Handeln zu bewegen. Überall konnte ich solche Suren lesen, teilweise eben auch in Englisch. In den Moscheen sind sie meist sowohl in arabischer als auch in persischer Schrift zu lesen, und zwar als Teil des Gebäudes selbst. Was nun unterscheidet die Schiiten, die die überwiegende Mehrzahl der Gläubigen im Iran ausmachen, von den Sunniten? Der grundlegende Unterschied ist die Festlegung, wer genau dem Propheten Mohammed nachfolgt. Bei den Schiiten ist dies Ali, der Cousin und Schwiegersohn von Mohammed. Bei den Sunniten hingegen ist es der Schwiegervater von Mohammed, Abu Bakr. Ich fand den Namen Ali in allen schiitischen Moscheen verewigt, und in bestimmter Weise angeordnet sieht er sogar aus wie ein Hakenkreuz. Dies nur zur Vorabinformation besonders sensibler Deutscher, die darin vielleicht sonst anderes vermuten. Ich sah mehrere Moscheen, in denen der Name Alis, Allahs und Mohammeds gleichberechtigt hinsichtlich der Menge auf großen Flächen verteilt erschien – in persischer Sprache, versteht sich. Nun zu den Basaren. Sie dienen heute noch der Grundversorgung der städtischen Bevölkerung, selbst in Städten, wo es schon große Einkaufszentren – allerdings auch im Stadtinneren – gibt. Alle denkbaren Waren kann man in den Basaren kaufen, die kilometerlang die Stadt durchziehen. Ich habe etliche Fotos von typischen Basarläden gemacht. Junge und alte Männer und Frauen bieten hier Tag für Tag ihr limitiertes Angebot an und finden ihre Kunden. Die wenigsten davon sind Touristen. Dies erstaunt besonders, wenn man die auf jeden Fall mehr als fünfzig teilweise alle nebeneinanderliegenden Juweliergeschäfte im Basar von Isfahan oder Yazd sieht. Unvorstellbar feine Kunstfertigkeit und Fantasie auf durch und durch traditioneller Grundlage ermöglichen hier ein breit gefächertes Angebot. Noch habe ich keinerlei von dieser Tradition völlig abweichende Angebote sehen können. So kann man mit Sicherheit sagen, dass die Iranerinnen traditionellen Schmuck tragen – je mehr, desto wohlhabender. Dieser ist jedoch auf der Straße definitiv nicht zu sehen. Der schwarze Schleier verdeckt in der Regel schwarze Kleidung. Allerdings gibt es auch Frauen, die unter dem Schleier zumindest schon helle Hosen tragen. Allerdings sollte der ganze Körper außer Gesicht, Händen und Füßen mit Fußgelenken verdeckt bleiben. Bei der anderen Hälfte der iranischen Frauen ist schon eine teilweise sehr junge Mode zu sehen, nämlich in der kalten Jahreszeit oft knielangen Mäntel, die bereits tailliert mit Gürtel getragen werden. Dazu sind vielfach auch die engen Hosen beliebt. Ich sah Stiefel und abends sogar Nylonstrümpfe zwischen Stiefel und Rock hindurchscheinen. Auf der Straße sah ich dies jedoch nie. Insgesamt sollen die iranischen Frauen keine Körperbetontheit zeigen, und wenn ich mir nun die vielen wunderschönen Frauen ohne Schleier und in körperbetonter Kleidung vorstelle, so kann ich schon verstehen, dass sie eine große Verführung für viele Männer darstellen. Apropos Verführung: ich wurde niemals von einem Mann belästigt und Frauen, die ich anlächelte, lächelten in der Regel sehr warmherzig zurück. Es ist überhaupt eine starke Verbindung zwischen den Frauen spürbar. Ich als neue Kopftuchträgerin gehörte ja auch dazu und fühlte mich auch gleich in der Mitte der Frauen aufgenommen. Dies kommt bestimmt auch daher, dass ab dem Schulalter Frauen und Männer die Schule separiert besuchen und erst wieder an der Universität zusammen lernen. Gewagte, unreligiöse Kleidung können die Frauen folglich nur unter Frauen oder im engsten Familienkreis tragen. Es gibt jedoch sehr viele schöne Kleider, die man dann wahrscheinlich unter Freundinnen gegenseitig bewundert. Ich möchte nun auf den liebenswerten und freundlichen Charakter der Iraner/innen, den ich allerorts antraf, hinweisen. Die Menschen wollten helfen und unterstützen. Sie waren freundlich und liebenswürdig. Bei den Kellnern war dies noch nicht immer der Fall; dies jedoch hat den Hintergrund einer noch nicht sehr gut entwickelten Dienstleistungskultur, die noch geschult werden muss. Gerade las ich, dass nun das erste Restaurant- und Hotel-Lehrbuch in Zusammenarbeit mit Frankreich erstellt werden soll. Selbst in Fünf-Sterne-Hotels ist die Mehrheit der Restaurantmitarbeiter der Meinung, dass sich der Gast selbst bedienen sollte und verstehen sich selbst nur als Wegweiser oder Aufpasser dieses Prozesses – besonders beim Frühstück. Mehrmals geschah es, dass sich die Mitarbeiter des Frühstücksservice unser ganzes Frühstück hindurch angeregt unterhielten – oft mit dem Rücken zu den Gästen – und erst in Aktion traten, als es galt, die Tische abzuräumen. Geschirr wird in der Regel noch mit großen Geschirrwagen transportiert, und die Geschirrwagen sind in der Regel wichtiger als der Gast. Der Gast sollte also Platz machen, wenn sie kommen, und rumpeln dürfen sie auch. Die Kriminalitätsrate im Iran ist niedrig und man fühlt sich als Tourist hinsichtlich Taschendiebstahls oder ähnlichem recht sicher. Auch die Terrorismusgefahr ist gebannt, da Iran seine Grenzen in den letzten Jahren stark befestigt hat, nach Afghanistan sogar mit einer Mauer, um sowohl dem Drogen- als auch dem Terrorismusexport Einhalt zu gebieten. Wie ich hörte, hat der Iran jedoch trotzdem ein Drogenproblem, mehr noch, seit die billigen Drogen, die in Labors hergestellt werden, auf dem Markt angeboten werden. Auch ist das Opiumrauchen gerade in den Grenzgebieten noch sehr verbreitet, und schließlich ist Iran ja die Durchgangsstrecke für den Drogenschmuggel in Richtung Türkei und Europa. Der Iran ist aufgrund seiner Geographie und Geschichte ein Land der großen Städte. So hat Teheran laut der Volkszählung 2011 7,8 Millionen Einwohner, heute und mit allen umliegenden Stadtteilen jedoch etwa 16 Millionen, und die anderen Städte auf unserer Reisestrecke wie folgt, alle laut Volkszählung 24.10.2011 und in der zweiten Rubrik mit Projektion 09/2016: Kashan 254.000/272.000, Kerman 515.000/534.000, Yazd 432.000/486.000 und Isfahan 1,6/1,76 Millionen.1 Der Städtebau entwickelt sich rasant. Überall sind Hochhäuser entstanden, die aufgrund der Erdbebengefahr im Iran auf Stahlgerüsten errichtet werden. Die Bautätigkeit erfolgt in schnellem Tempo, und an vielen Orten stehen unfertige Hochhäuser an den Straßenrändern, die aber sichtbar bald vollendet werden. Dies hat auch mit dem Bevölkerungswachstum zu tun. In den 1960ern gab es noch weniger als dreißig Millionen Iraner, nun sind es bereits über 80 Millionen2, wobei die absolut größte Altersgruppe die Menschen von 25 bis 35 Jahren sind3. Dies wird den Iran in den kommenden Jahrzehnten enorm verändern, zumal viele junge Menschen sehr gut ausgebildet sind. Nationalstolz, Vaterlandsliebe und Liebe zur Tradition sind groß, und so hat dieses Land vieles, was die Menschen miteinander verbindet. Viele Perser/innen sind sich ihrer jahrtausenderalten Kultur zunehmend bewusst. Diese reicht weit vor die Islamisierung, und insbesondere die Stadt Persepolis, die im 6. Jahrhundert vor Christus entstand und die damals die reichste Stadt der Welt war, zeugt von der bedeutenden Tradition des Perserreichs. Bereits zu dieser Zeit gab es einen Monotheismus, und die Archämeniden verfolgten eine Religion der Moral.4 Persepolis, in altpersisch Parsseh, wovon der Name Persien stammt, wurde von Alexander dem Großen zerstört, der es nach seiner Plünderung in Brand setzte5. Über 3.000 Kamele und 20.000 Maultiere wurden benötigt, um den Schatz abzutransportieren. Der letzte Schah knüpfte an diese Tradition wieder an und erklärte Persepolis zur Wiege der persischen Nation. Natürlich ist Persepolis derzeit keine staatstragende Erinnerungsstätte, da sie mit dem Islam nichts zu tun hat. Viele Iraner/innen sehen sie jedoch auch heute als Ort der Identifikation. Nun zu den Problemen, die ich sehe. Da ist zunächst die Unterdrückung der Frau. Keine Frau möchte sich gerne vorschreiben lassen, was sie zu tragen hat, vor allem heute und vor allem die jungen Leute nicht. Ich denke, dass es hier Änderungen geben muss, um den Frauen das Gefühl von Wertschätzung zu geben. Zum Zweiten genießen die Frauen keine Gleichberechtigung. So erbt eine Frau zum Beispiel nur ein Achtel dessen, was ihre Brüder erhalten (was allerdings von einigen Familien dadurch umgangen wird, dass bereits vor dem Tod das Eigentum vermacht wird). Bei einer Scheidung erhalten grundsätzlich die Männer die Kinder zugesprochen, was dazu führt, dass viele Frauen sich nicht scheiden lassen, obwohl sie z.B. geschlagen oder anderweitig unterdrückt werden. Auch hier, so habe ich gehört, gibt es Änderungen, da die junge Generation sich untereinander und friedlich einigt und auch scheiden lässt. Da die Frauen gleichzeitig bereits sechzig Prozent aller Studierenden ausmachen, wird sich hier einiges ändern müssen, um sie langfristig zufrieden zu stellen. Die Gleichberechtigung der anderen Religionen ist ebenfalls nicht gegeben. So darf ein Muslim oder eine Muslima keine/n Andersgläubige/n heiraten, sofern diese/r nicht der muslimischen Religion beitritt. Dies ist keine Gleichberechtigung. Das Kind eines Muslims oder einer Muslima wird zwangsläufig muslimisch. In vielen leitenden Stellen werden Vertreter anderer Religionen noch nicht geduldet, sowohl in der Armee als auch im zivilen Dienst. So werden zwangsläufig Menschen zweiter Klasse geschaffen. Dies widerspricht dem natürlichen Bedürfnis gerade vieler junger Menschen. Und schließlich ist der Iran natürlich keine Demokratie, sondern ein Land, welches von religiösen Führern regiert wird. Die Verschmelzung von Religion und Politik ist problematisch. Viele Menschen im Iran, wenn nicht sogar die Mehrheit, wünschen sich hier eine Trennung, wie sie vom ersten Schah nach dem Vorbild von Atatürk bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts angestrebt wurde. Reza Schah Pahlavi6 führte nach seiner Machtergreifung 1926 ein einheitliches Rechtssystem ein, hob die Sondergerichtsbarkeit für Ausländer auf und schaffte das Scharia-System ab. 1936 verfügte er die Abschaffung des Schleierzwangs/Tschadors, und er propagierte wie sein Sohn Mohammad Reza Pahlavi die Notwendigkeit der Trennung von Staat und Religion. Ob die Trennung von Staat und Religion erfolgt, hängt derzeit entscheidend von dem Willen der religiösen Führer ab - aber auch vom Engagement der Zivilgesellschaft, welches momentan nicht sehr stark vorhanden ist. Ich fragte mehrere Menschen danach, ob sie sich nicht in der Politik engagieren wollten, und jedes Mal wurde dies entschieden abgelehnt. Wie ich dann zunehmend verstand, müsste man sich, wollte man in der Politik aktiv werden, in den religiösen Strukturen eine Karriere erarbeiten – und dies wollen die weltlich orientierten Bürger des Iran natürlich nicht, mehr noch, sie können es aufgrund ihrer fehlenden strengen Religiosität auch nicht. Andere als die gegebenen politischen Strukturen sind jedoch derzeit nicht vorhangen bzw. zugelassen. „Wir Iraner finden immer eine Lösung“, sagte mir eine meiner neuen Bekanntschaften „Wir sind findig und klug“. Dem kann ich nur zustimmen, und so werden die Menschen im Iran sicher Lösungen finden, wie sie die Durchsetzung ihrer Rechte und Bedürfnisse friedlich erreichen. Alle gingen davon aus, dass dies ein langjähriger Prozess sein wird und niemand wünschte sich eine unfriedliche Entwicklung. Eine meiner Gesprächspartnerinnen jedoch wollte auswandern. „Ich möchte meiner Tochter die Diskriminierung ersparen, die ich erlebt habe.“ Doch auch sie wird weiter ihrem Land verbunden bleiben. Die Vaterlandsliebe steht im Iran der älteren Generation vor der Liebe zu sich selbst. Dazu hat das Land zu viel erlitten. Viele junge, erfolgsversprechende Männer sind im Krieg gegen den Irak (1980-88) gestorben. Ihre Porträts zieren noch heute die Straßen der Städte. Die junge Generation jedoch denkt mehr an sich selbst und wie sie weiterkommt. Dies wird die Zukunft des Landes prägen. Die allermeisten Bürger/innen des Iran wünschen sich jedoch – wie die meisten Menschen auf der ganzen Welt – den Frieden, um ihre Familie, ihre Arbeit und ihre Freizeit genießen zu können.

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