Am 5. März 2026 ist offizieller Baustart für den Umbau der Martinskirche Apolda zu einem offenen, soziokulturellen Zentrum. Die Stadt Apolda und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Apolda setzen damit gemeinsam ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung und ein lebendiges Miteinander. Es wird ein nachhaltiger, offener Ort geschaffen, der religiöse und weltliche Begegnungen ermöglicht und beispielhaft für innovative Kirchenumnutzung in Thüringen steht.
Am 5. März 2026 ist offizieller Baustart für den Umbau der Martinskirche Apolda zu einem offenen, soziokulturellen Zentrum. Die Stadt Apolda und die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Apolda setzen damit gemeinsam ein deutliches Zeichen für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung und ein lebendiges Miteinander. Es wird ein nachhaltiger, offener Ort geschaffen, der religiöse und weltliche Begegnungen ermöglicht und beispielhaft für innovative Kirchenumnutzung in Thüringen steht.
Das Projekt wird vom Land Thüringen aus Bundesmitteln der Städtebauförderung unterstützt; die Stadt Apolda und die Evangelische Kirche Mitteldeutschland beteiligen sich mit Eigenmitteln. Insgesamt betragen die Baukosten 3,95 Millionen Euro.
Die 1119 erstmals urkundlich erwähnte Kirche, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt und direkt an die Fußgängerzone angebunden, ist tief in der Stadtgeschichte verwurzelt. Nach Jahrzehnten der Nutzung als Kunstgutdepot der Landeskirche eröffnet sich die Chance für eine neue Perspektive: Aus dem historischen Bau entsteht ein Ort für Begegnung, Austausch, Kultur und gesellschaftliches Engagement. Die sakrale Nutzung bleibt erhalten und konzentriert sich weiterhin auf den Chorraum. Mit dem offiziellen Baustart unterstreichen Stadt und Kirchengemeinde ihren gemeinsamen Anspruch, die Martinskirche als offenen Ort für die gesamte Stadtgesellschaft zu etablieren.
»Haus im Haus«
Seit 2021 ist das Vorhaben ein Projekt der IBA Thüringen und zählt zu den Modellprojekten des Ideenaufrufs »STADTLAND:Kirche – 500 Kirchen 500 Ideen« der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA Thüringen). Das architektonische Konzept des Leipziger Büros Atelier ST sieht vor, die bestehende Bausubstanz behutsam weiterzuentwickeln. Kern der Planung ist ein »Haus im Haus«: In die tragende Struktur wird ein eigenständiger Baukörper in das historische Langschiff eingefügt. Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten werden die barocken, dreigeschossigen Holzemporen entfernt, um den rund 220 Quadratmeter großen Raum auf seine ursprüngliche Weite zurückzuführen. Das Erdgeschoss wird künftig als großzügige Plaza dienen – ein multifunktionaler Raum mit besonderer Atmosphäre. Zwei geschwungene Stahlbetonstützen tragen den darüber liegenden neuen Baukörper, der von einem hölzernen Rautengewebe umhüllt wird. Hier entstehen auf zwei Ebenen Räume für Gemeindeleben, Büros, Sitzungen und vielfältige soziokulturelle Nutzungen.
Baukultur, Stadtgeschichte und bürgerschaftliches Engagement
Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten wurden ab Mitte Januar 2026 umfangreiche archäologische Untersuchungen im Langschiff durchgeführt. Bei den Ausgrabungen fanden sich bisher 100 Münzen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und menschliche Knochen, die vermutlich auf einen Gottesacker zurückzuführen sind. Zudem haben in den vorangegangenen Wochen Haupt- und Ehrenamtliche der Kirchengemeinde Schutt und Auffüllmaterial in zahlreichen Containern abgetragen, um den Boden dafür freizulegen. Das Projekt verbindet Baukultur, Stadtgeschichte und bürgerschaftliches Engagement in besonderer Weise.
Die Stiftung Baukultur Thüringen begleitet nach dem Ende der IBA Thüringen 2023 die IBA-Projekte. Katja Fischer, Vorständin der Stiftung: »Das Modellprojekt Martinskirche zeigt, wie Orte weitergedacht werden können. Das geht nur mit Kreativität, Mut und dem Engagement einer Stadt, ihrer Kirchengemeinde und der Unterstützung des Landes.«
Impulse für die Innenstadtentwicklung
Olaf Müller, Bürgermeister der Stadt Apolda, ergänzt: »Die Martinskirche ist ein bedeutendes Zeugnis unserer Stadtgeschichte. Mit ihrer Umgestaltung zu einem soziokulturellen Zentrum entsteht hier ein offener Ort mitten in Apolda, der Begegnung, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Als Stadt unterstützen wir dieses Projekt ausdrücklich. Es zeigt, wie historische Gebäude neue Impulse für die Innenstadtentwicklung geben können.«
»Wir wollen den Erhalt unserer Kirche durch eine erweiterte Nutzung sichern. Wir denken dabei an die Menschen in ihrem Sozialraum: Schulen, Wohnstätten, Freizeit- und Einkaufsflächen liegen hier nah beieinander. Die Menschen erwarten von Kirche auch niederschwellige Angebote und Aktionen in der Stadt- und Zivilgesellschaft. Das können wir dann in der Martinskirche wunderbar miteinander verbinden«, so Dr. Susanne Böhm, Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Apolda.
PM-EKM
Zum Bild:
Baueinsatz von Ehrenamtlichen im Innenraum der Martinskirche Apolda.
Foto: Stiftung Baukultur Thüringen/ Thomas Müller