Thüringens Kulturminister Christian Tischner (CDU) hat im Rahmen seiner »KulTour« die Wasserburg Kapellendorf im Weimarer Land besucht. Bei einem Rundgang durch die Burg informierte sich der Politiker unter anderem zu den im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten anstehenden Baumaßnahmen am Prinzessinnenbau.
Thüringens Kulturminister Christian Tischner (CDU) hat im Rahmen seiner »KulTour« die Wasserburg Kapellendorf im Weimarer Land besucht. Bei einem Rundgang durch die Burg informierte sich der Politiker unter anderem zu den im Sonderinvestitionsprogramm I (SIP I) der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten anstehenden Baumaßnahmen am Prinzessinnenbau.
Tischner sagte: »So wie die Burg einst schrittweise gewachsen ist, so wird sie auch schrittweise saniert. Die bereits sichtbaren Fortschritte werden bald um den Prinzessinnenbau ergänzt. Das ist den gemeinsamen Förderanstrengungen von Bund und Land im Sonderinvestitionsprogramm I zu verdanken, das die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gezielt mit Expertise und sichtbarem Erfolg in besonders dringlichen Bereichen ihrer Denkmale einsetzt. Das zeigt der Prinzessinnenbau beispielhaft.«
Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, freut sich über die Chance zur Sicherung des Prinzessinnenbaus: »Die Mittel von Bund und Land im SIP I haben uns die Möglichkeit für wichtige Sicherungsschritte am Prinzessinnenbau gegeben, dafür sind wir den Zuwendungsgebern ausgesprochen dankbar. Der Wunsch im Ort ist stark, an frühere Nutzungsmöglichkeiten in der Burg anzuknüpfen. Mit der Sanierung kommen wir dem ein deutliches Stück näher.«
Wiedernutzbarmachung des historischen Gebäudes
In den letzten Jahrzehnten konnte der Prinzessinnenbau aufgrund von statischen Problemen und einem fehlenden zweiten Fluchtweg nicht mehr genutzt werden. Bei der Sanierung steht der Bestandserhalt im Vordergrund, durch die Maßnahmen wird aber auch eine provisorische Nutzbarkeit ermöglicht. Auch die Haustechnik wird erneuert, ein wesentlicher Schritt für die Wiedernutzbarmachung des historischen Gebäudes. Zudem werden Brandschutzmaßnahmen für die Objektsicherheit umgesetzt. Die Sanierungsplanung ist abgeschlossen und das Baugerüst steht. Im Juni 2026 haben die Bauarbeiten am Prinzessinnenbau begonnen.
Barocker Rohbau blieb erhalten
Der Prinzessinnenbau wurde im 18. Jahrhundert als Witwensitz für Herzogin Eleonore Wilhelmine von Sachsen-Weimar errichtet. Die Witwe starb jedoch noch vor Fertigstellung und Ausbau des Gebäudes. Dadurch hat sich bis heute ein barocker Rohbau erhalten, erkennbar unter anderem am unfertigen Bauschmuck der Fenstergewände und am fehlenden Innenausbau. Das Innere wurde später als Scheune genutzt, im 20. Jahrhundert dann als Saal für Veranstaltungen.
Das SIP I der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hat ein Volumen von 200 Millionen Euro, die Bund und Land jeweils zur Hälfte bereitstellen. Mit diesem Programm kann die Stiftung wesentliche Sanierungsschritte für viele ihrer Liegenschaften erreichen. Das SIP I ist in 23 Einzelprojekte in Kulturdenkmalen in ganz Thüringen aufgeteilt, die unabhängig voneinander vorangetrieben werden. Für Maßnahmen am Prinzessinnenbau der Wasserburg Kapellendorf stehen im Programm vier Millionen Euro bereit.
MI-STSG
Zum Bild:
Die am Fuße des Sperlingsberges mitten im Weimarer Land liegende Wasserburg Kapellendorf gilt als größte und am besten erhaltene Wasserburg Thüringens.
Foto: STSG-Philipp Hort