Gute Nachrichten für die Thüringer Landeshauptstadt: Im aktuellen ADAC-Monitor zur städtischen Mobilität landet Erfurt bundesweit auf einem hervorragenden dritten Platz. Besonders die Straßenbahnen und Busse überzeugen die Menschen. Doch nicht auf allen Wegen durch die Stadt läuft es gleichermaßen rund.
Gute Nachrichten für die Thüringer Landeshauptstadt: Im aktuellen ADAC-Monitor zur städtischen Mobilität landet Erfurt bundesweit auf einem hervorragenden dritten Platz. Besonders die Straßenbahnen und Busse überzeugen die Menschen. Doch nicht auf allen Wegen durch die Stadt läuft es gleichermaßen rund.
Wer in Erfurt unterwegs ist, weiß die kurzen Wege, die Straßenbahnen und das dichte Netz des öffentlichen Nahverkehrs häufig zu schätzen. Dass dies nicht nur ein subjektiver Eindruck ist, bestätigt jetzt eine bundesweite Untersuchung des ADAC. In 29 deutschen Mittelgroßstädten wurden Einwohner und Pendler nach ihrer Zufriedenheit mit den unterschiedlichen Verkehrsmöglichkeiten befragt. Das erfreuliche Ergebnis: Erfurt gehört zu den drei bestbewerteten Städten – und beim öffentlichen Nahverkehr ist die Thüringer Landeshauptstadt sogar Spitzenreiter.
Während die durchschnittliche Mobilitätszufriedenheit in den untersuchten Städten gegenüber 2021 leicht zurückging, hält Erfurt mit 29 Indexpunkten sein damaliges Niveau. Damit verbessert sich die Stadt im bundesweiten Vergleich von Rang sechs auf Rang drei. Lediglich Münster liegt mit 32 Punkten davor, Freiburg erreicht ebenfalls 29 Punkte.
Straßenbahn und Bus als echte Erfurter Stärke
Besonders beeindruckend fällt das Urteil über den öffentlichen Personennahverkehr aus. Hier kletterte der Zufriedenheitsindex von 45 Punkten im Jahr 2021 auf mittlerweile 54 Punkte. Ein Plus von neun Punkten – und ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis für das Erfurter Verkehrsangebot.
Vor allem drei Eigenschaften werden von Einwohnern und Pendlern geschätzt: zuverlässige Busse und Bahnen, gut abgestimmte Fahrpläne und direkte Verbindungen ohne zeitraubendes Umsteigen. In diesen entscheidenden Kategorien erreicht Erfurt unter den untersuchten Städten die höchsten Zufriedenheitswerte.
Ganz ohne Kritik geht es allerdings nicht: Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sehen die Befragten durchaus noch Luft nach oben.
Mit dem Auto läuft es ordentlich – beim Fahrrad wird es holpriger
Auch Autofahrer beurteilen ihre Mobilitätssituation in Erfurt vergleichsweise positiv. Der Verkehrsfluss, die Ampelschaltungen und die vorhandenen Hauptverkehrsachsen schneiden überdurchschnittlich gut ab. Weniger Begeisterung wecken dagegen der Zustand mancher Straßen und das Baustellenmanagement. Insgesamt erreicht der Autoverkehr sieben Indexpunkte – zwei weniger als noch 2021.
Etwas deutlicher fällt der Rückgang bei den Radfahrern aus. Ihr Zufriedenheitswert sinkt von 22 auf 17 Punkte. Zwar werden der Zustand bestehender Radwege, Fahrradstellplätze an Haltestellen und Wartezeiten an Ampeln positiv bewertet. Doch das Radwegenetz könnte dichter sein, und das Verhalten mancher E-Scooter-Fahrer sorgt für Verdruss.
Zu Fuß durch Erfurt: Viel Lob, aber auch Ärger
Wer die Landeshauptstadt zu Fuß erkundet, findet offenbar ebenfalls viele Gründe zur Zufriedenheit. Direkte Wege, ausreichend breite Gehwege und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhalten gute Bewertungen. Dennoch sinkt der entsprechende Index leicht von 42 auf 39 Punkte.
Besonders störend empfinden Fußgänger das teilweise rücksichtslose Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Wo sich Spaziergänger, Radfahrer und E-Scooter begegnen, ist gegenseitige Rücksichtnahme eben nicht immer selbstverständlich.
Damit Erfurt auch morgen gut unterwegs ist
Für den ADAC sind die Ergebnisse einerseits ein Lob für die bisherige Verkehrsentwicklung, andererseits aber auch ein klarer Arbeitsauftrag.
Lukas Berkel, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen, empfiehlt insbesondere, den Ausbau des Radwegenetzes zu beschleunigen, Gehwege zu verbessern und Hindernisse für Menschen mit eingeschränkter Mobilität abzubauen. Auch das Konzept verkehrsberuhigter Begegnungszonen könnte über die Innenstadt hinaus auf weitere Stadtquartiere ausgeweitet werden.
Das Fazit: Erfurt kann sich im bundesweiten Vergleich sehen lassen. Eine Stadt, in der Bus und Bahn besonders geschätzt werden und in der vieles bereits gut funktioniert. Doch eine lebenswerte Stadt bleibt niemals stehen – sie entwickelt sich weiter.
Und vielleicht ist genau das die schönste Botschaft dieser Untersuchung: Erfurt ist auf einem guten Weg. Jetzt kommt es darauf an, dass künftig wirklich alle gut mitkommen – ob mit Straßenbahn, Fahrrad, Auto oder zu Fuß.
Hintergrund: Für den ADAC-Monitor »Mobil in der Stadt« wurden vom 8. Juni bis 3. Juli 2026 mehr als 11.600 Menschen in 29 deutschen Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern befragt. Untersucht wurden die Verkehrsarten Auto, öffentlicher Nahverkehr, Fahrrad und Fußverkehr. Die Zufriedenheit wird auf einer Indexskala von minus 100 bis plus 100 dargestellt.
Quelle: ADAC Hessen-Thüringen / ADAC-Monitor 2026
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Infografik: Erfurt erreicht im ADAC-Monitor 2026 Platz drei unter 29 untersuchten Mittelgroßstädten. Besonders positiv bewerten die Befragten den öffentlichen Nahverkehr. Quelle: ADAC; grafische Umsetzung: KI-gestützt.