Am 23. Oktober 1996 wurde die »Hochschule für Architektur und Bauwesen« (HAB) Weimar zur »Bauhaus-Universität Weimar«. Der neue Name brachte ein Selbstverständnis zum Ausdruck, das sich aus der vielschichtigen Geschichte der Hochschule entwickelt hat und bis heute fortgeschrieben wird: Kunst und Gestaltung, Architektur und Ingenieurwissenschaften sowie geistes-, sozial- und medienwissenschaftliche Perspektiven kommen hier zusammen.
Am 23. Oktober 1996 wurde die »Hochschule für Architektur und Bauwesen« (HAB) Weimar zur »Bauhaus-Universität Weimar«. Der neue Name brachte ein Selbstverständnis zum Ausdruck, das sich aus der vielschichtigen Geschichte der Hochschule entwickelt hat und bis heute fortgeschrieben wird: Kunst und Gestaltung, Architektur und Ingenieurwissenschaften sowie geistes-, sozial- und medienwissenschaftliche Perspektiven kommen hier zusammen.
Diese besondere Verbindung unterschiedlicher Denk- und Arbeitsweisen prägt die Universität bis heute – ebenso wie der Anspruch, Bestehendes zu hinterfragen, disziplinäre Grenzen zu überschreiten und Zukunft zu entwerfen.
Für die einen ist es ein Bindestrich, für die Bauhaus-Universität Weimar ein identitätsstiftendes Element. Der Dreiklang »Bauhaus – Universität – Weimar« verbindet Geschichte, institutionelles Selbstverständnis und Ort. Dabei setzt sich die Universität kritisch mit ihrem historischen Erbe und insbesondere mit dem Vermächtnis der Moderne auseinander. Aus diesem Bewusstsein heraus richtet sie ihren Blick auf Gegenwart und Zukunft.
»Die Bauhaus-Universität Weimar versteht sich als bewegliche und buchstäblich neugierige Universität – international, experimentell und gemeinschaftlich. Sie schafft Freiräume für exzellente Forschung und kreative Lehre, für künstlerisches und wissenschaftliches Experiment, für offenen Austausch und gesellschaftliche Verantwortung – und für eine Universitätskultur, die Vielfalt, Demokratie und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst aktiv lebt. Das ist es, was uns im Kern ausmacht und auch durch herausfordernde Zeiten trägt. Denn wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, entsteht Reibung, die uns weiterbringt – als Universität und als Gesellschaft«, sagt Präsident Prof. Peter Benz.
Alles bleibt anders: Neue Website pünktlich zum Jubiläum
Die Bauhaus-Universität Weimar versteht sich als offener Ort der Begegnung, der Kreation und der Reflexion – als Gegenwartslabor, das die technologischen, ökologischen und gesellschaftlichen Transformationen unserer Zeit erforscht, gestaltet und kritisch hinterfragt. Im Austausch mit Wissenschaft und Bildung, Kultur und Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entstehen neue Ideen, Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten.
Diesem Selbstverständnis trägt auch der neue Webauftritt der Universität Rechnung, der am 23. Oktober 2026, dem 30. Jahrestag der Namensgebung, online geht. Modern, klar und selbstbewusst übersetzt er die Identität der Universität in den digitalen Raum. »Statt Trends zu folgen, haben wir bewusst auf Mut und Experimentierfreude gesetzt – zwei zentrale Elemente unseres Denkens und Handelns an der Universität. Gemeinsam mit unserer Design-Agentur Atelier Disko ist es uns gelungen, diese Haltung in eine digitale Präsenz zu übersetzen, die zu unserem Selbstverständnis passt und zugleich neue Wege in der Kommunikation eröffnet«, erklären Tina Konscholky und Ulfried Herrmann vom Relaunch-Team der Universität.
Bewegte Geschichte: Zwischen Herkunft und Zukunft
Die Geschichte der heutigen Bauhaus-Universität Weimar reicht bis ins Jahr 1860 zurück, als die Großherzogliche Kunstschule zu Weimar gegründet wurde. Seither hat die Hochschule zahlreiche institutionelle und inhaltliche Transformationen durchlaufen. Mit der Gründung des Staatlichen Bauhauses 1919 wurde Weimar zu einem international bedeutenden Ort der Kunst-, Design- und Architekturgeschichte. Doch auch die Entwicklungen vor und nach dem Bauhaus prägen die heutige Universität.
Ab 1954 entwickelte sich die Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) zu einem wichtigen Zentrum der Architektur- und Ingenieurausbildung und zu einem Ort intellektueller Debatten in der DDR. Nach 1989 begann ein grundlegender Prozess der Neuorientierung. Mit der Gründung der Fakultät Gestaltung zum Wintersemester 1993/94 wurde das Profil der Hochschule gezielt um künstlerische und gestalterische Disziplinen erweitert. 1996 kam die Fakultät Medien hinzu.
Die Verbindung technischer und wissenschaftlicher Disziplinen mit künstlerischen und gestalterischen Denk- und Arbeitsweisen wurde damit erneut zu einem zentralen Merkmal der Hochschule. Nicht Kunst oder Technik, sondern unterschiedliche Formen des Forschens, Entwerfens, Gestaltens und Realisierens sollten in einer modernen Universität zusammenkommen.
Neuausrichtung nach der Wende
Nach der politischen Wende suchte die damalige Hochschule für Architektur und Bauwesen nach einer neuen Identität – und schließlich nach einem Namen, der ihr neues Selbstverständnis zum Ausdruck bringen sollte. Der Bezug zum historischen »Bauhaus« wurde bewusst gewählt: Nicht als Behauptung einer institutionellen Kontinuität und auch nicht als Bekenntnis zu einem bestimmten gestalterischen Stil, sondern als Ausdruck für Experimentierfreude und Offenheit, Gemeinschaft und das Überschreiten disziplinärer Grenzen.
Dieses Profil fand 1996 seinen programmatischen Ausdruck im Namen »Bauhaus-Universität Weimar«. Gerd Zimmermann, damaliger Rektor der Hochschule und maßgeblich an diesem Prozess beteiligt, beschreibt den Universitätsnamen als Signet für Kreativität und Internationalität. Vor allem stehe »Bauhaus-Universität Weimar« für den inhaltlichen Brückenschlag zwischen Kunst und Technik, zwischen dem Ästhetischen und dem Technologischen im Raum einer modernen Universität.
Dass dieses Programm auch 30 Jahre später aktuell ist, zeigt nicht zuletzt die anhaltende gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit dem historischen Bauhaus und seinem Erbe. Der Universitätsname ist daher kein abgeschlossenes Programm, sondern ein Auftrag zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Die Frage, was eine »Bauhaus-Universität Weimar« unter den Bedingungen der Gegenwart und mit Blick auf die Zukunft sein kann, muss immer wieder neu beantwortet werden.
MI-BUWP
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Festakt im Deutschen Nationaltheater am 23. Oktober 1996 mit der »FestUmzugsBand«.
Foto: Adelheid Meier