Der Thüringer Zoopark Erfurt wertet den Bereich rund um die Afrikasavanne auf und bietet seinen Besuchern ab sofort mehrere neue Einblicke in die faszinierende Tierwelt und ihre Lebensräume. Die beiden leerstehenden Afrikahütten neben der Savanne wurden zu informativen Sonderausstellungen umgestaltet, neue Tierarten bereichern bestehende Anlagen. Auch infrastrukturell präsentiert sich das Gelände in neuem Glanz.
Der Thüringer Zoopark Erfurt wertet den Bereich rund um die Afrikasavanne auf und bietet seinen Besuchern ab sofort mehrere neue Einblicke in die faszinierende Tierwelt und ihre Lebensräume. Die beiden leerstehenden Afrikahütten neben der Savanne wurden zu informativen Sonderausstellungen umgestaltet, neue Tierarten bereichern bestehende Anlagen. Auch infrastrukturell präsentiert sich das Gelände in neuem Glanz.
Ab 1. Mai: Sonderausstellungen in den Afrikahütten
Die beiden Afrikahütten entlang der Savanne widmen sich künftig wechselnden Themen des Natur- und Artenschutzes. In einer Hütte informiert eine Ausstellung über die Bedeutung von Feuchtlebensräumen. Dabei wird nicht nur auf afrikanische Sumpf- und Wasserlandschaften eingegangen – auch regionale Lebensräume stehen im Fokus. Besucher erfahren, dass Moore und Feuchtgebiete nicht nur in fernen Ländern existieren, sondern auch direkt vor unserer Haustür in Thüringen eine wichtige Rolle für Biodiversität und Klimaschutz spielen.
Dieser Teil der Ausstellung knüpft an die Kampagne »Wetlands« des Europäischen Zooverbands EAZA an. Die zweite Afrikahütte greift die Kampagne »Zootier des Jahres« auf, die unter anderem vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) initiiert wurde. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der Kronenkranich, dessen Bestände durch Lebensraumverlust und Umweltveränderungen zunehmend unter Druck geraten. Die Ausstellung vermittelt Wissenswertes über die verschiedenen Unterarten, ihre Lebensweise sowie konkrete Schutzmaßnahmen.
Passend dazu können Zoogäste die Tiere auch direkt erleben: Im Zoopark Erfurt leben zwei Grauhals-Kronenkraniche auf einer Gemeinschaftsanlage mit Sitatungas und Perlhühnern – in unmittelbarer Nähe des neuen Savannenimbisses.
Neue Vogelart in der Flamingo-Voliere
Auch die Flamingo-Voliere hat Zuwachs bekommen: Mit dem Einzug einer Gruppe Hammerköpfe (Scopus umbretta) erweitert sich die Artenvielfalt um einen der außergewöhnlichsten Vögel Afrikas. Die Tiere leben gemeinsam mit Flamingos und Witwenpfeifgänsen in einer naturnah gestalteten Anlage. Derzeit leben sich die vier neuen Wasservögel im Flamingo-Haus ein, Besucher können sie die nächsten zwei Wochen durch die Scheibe beobachten. Ihren Namen verdanken die Hammerköpfe ihrer markanten Kopfform, die mit langem Schnabel und nach hinten gerichteter Federhaube an einen Hammer erinnert.
Hammerköpfe kommen in den Feuchtgebieten Afrikas südlich der Sahara sowie auf Madagaskar vor, ernähren sie sich von Fischen, Amphibien und Insekten. Charakteristisch sind zudem ihre beeindruckenden Nester: Die Vögel errichten große, kuppelartige Bauwerke aus Zweigen, Schlamm und Pflanzenmaterial, die zu den größten Vogelnestern weltweit zählen. »Die Mitaufnahme der Hammerköpfe ist eine Bereicherung für unsere Tiere und unsere Gäste. Die Vergesellschaftung mit anderen Wasservögeln orientiert sich stark an natürlichen Lebensräumen und ermöglicht vielfältige Verhaltensweisen«, erklärt Vogelkuratorin und Tierärztin Ines Stegmaier-Länge.
Neues Pelikan-Areal auf der Afrikasavanne
Direkt neben den Afrikahütten ist zudem ein neues Areal für Pelikane entstanden. Besucher können die Tiere nun aus nächster Nähe beobachten. Die Pelikane leben hier gemeinsam mit Antilopen, Straußen und Zebras auf einer weitläufigen Anlage. Sukzessive werden nun auch hier entlang der Afrikasavanne, wie bereits beim Madagaskar-Pavillon, die Arten- und Themenschilder überarbeitet. Sie haben ein neues Layout sowie teils neue Inhalte erhalten; die Texte sind künftig in deutscher und englischer Sprache verfasst.
Die neue Beschilderung orientiert sich an Lebensräumen, denen die vorgestellten Arten jeweils zugeordnet werden. In diesem Bereich unter anderem etwa dem Lebensraum Flüsse, Seen und Sümpfe. Vom Bereich der Flamingo-Voliere am Eingang über das Pelikan-Areal auf der Afrikasavanne und die Afrikahütten nebenan bis hin zu den Kronenkranichen am Ende des Weges bietet sich den Gästen nun ein zusammenhängendes, thematisch gestaltetes Erlebnis rund um afrikanische Tier- und Lebenswelten.
Anne Protzel
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In der Flamingo-Voliere leben Tiere in einer naturnah gestalteten Anlage.
Foto: TZPE-Archiv