Freude auf unbeschwertes Zusammenkommen: Der Präsident der Thüringer Karnevalvereine antwortet auf eine besorgte Medienanfrage. Ein flächendeckender Ausfall oder eine erhöhte Absagequote von Veranstaltungen sei trotz Grippewelle nicht zu verzeichnen.
Freude auf unbeschwertes Zusammenkommen: Der Präsident der Thüringer Karnevalvereine antwortet auf eine besorgte Medienanfrage. Ein flächendeckender Ausfall oder eine erhöhte Absagequote von Veranstaltungen sei trotz Grippewelle nicht zu verzeichnen.
Rund 1100 Veranstaltungen finden in dieser Karnevalsaison statt – organisiert von 331 Mitgliedsvereinen mit über 30.000 Karnevalistinnen und Karnevalisten, davon mehr als 13.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Als immaterielles Kulturgut sei der Karneval ehrenamtlich getragen und tief in unserer Gesellschaft verankert, teilte die in Erfurt ansässige Geschäftsstelle des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine mit. Rund 300.000 Thüringerinnen und Thüringer würden sich in diesen Tagen als Gäste auf die Veranstaltungen freuen, die nach Jahren mit Einschränkungen nun wieder unbeschwert, mit durchdachten Sicherheitskonzepten, enger Abstimmung mit den Behörden und großer Verantwortung der Vereine stattfinden könnten.
Karneval für die Seele
»Natürlich nehmen auch die Thüringer Karnevalvereine die derzeitige Erkältungs- und Grippewelle wahr – wie alle gesellschaftlichen Bereiche. Veranstaltungen mit vielen Menschen bringen grundsätzlich immer Begegnungen mit sich. Das gilt jedoch gleichermaßen für den Kindergarten- und Schulbetrieb beziehungsweise die Arbeit sowie für Sportveranstaltungen, Konzerte, Messen oder andere Großereignisse. Karneval ist nicht nur traditionell von Umzügen geprägt und Säle gemacht, sondern vor allem für Seele – als Urlaub von sich selbst. Aber vor allem, um ein Licht in der dunklen, nassen und kalten Jahreszeit zu sein«, stellte Christoph Matthes, Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine, klar.
Frage nach Plan B
Matthes reagierte damit auf eine Anfrage einer Redakteurin des Funke-Digital-Newsportals »Thüringen24«. Diese wollte in einer an ihn gerichteten Anfrage wissen, wie die Narren angesichts der derzeitigen Grippewelle beziehungsweise Virenzeit auf die Faschingsumzüge blicken. »Immerhin werden dort sehr viele Menschen auf einem Haufen sein. Werden eventuell vorbereitende Maßnahmen getroffen, um sich nicht bei der erstbesten Gelegenheit anzustecken?«, lautete die Frage. Außerdem interessierte die Redakteurin, ob die Karnevalvereine auch schon mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen haben und ob es einen Plan B gebe, falls kurzfristig mehrere Gruppen absagen müssten? Und: »Wie groß ist die Angst vor einer „Karneval-Infektionswelle“ im Anschluss?«
Dazu stellte Christoph Matthes fest: »Die Vereine handeln verantwortungsbewusst. Wer krank ist, bleibt – wie überall – zu Hause. Darüber hinaus gelten die üblichen Hygienestandards, die sich in den vergangenen Jahren bewährt und gesellschaftlich verankert haben. Zusätzliche Sondermaßnahmen speziell für den Karneval sind derzeit weder angeordnet noch vorgesehen. Krankheitsbedingte Ausfälle einzelner Aktiver kommen in jeder Saison vor und gehören organisatorisch zum normalen Ablauf.«
Notwendige Normalität
Die Vereine seien darin geübt, flexibel zu reagieren, argumentierte der Präsident der freistaatlichen Karnevalvereine weiter. Einen flächendeckenden Ausfall oder eine erhöhte Absagequote verzeichne man aktuell nicht. »Von einer „Karneval-Infektionswelle“ auszugehen, halten wir nicht für sachgerecht. Karneval ist Teil des öffentlichen Lebens – wie viele andere gesellschaftliche Veranstaltungen auch.« Menschen kommen zusammen, feiern, begegnen sich, merkte der Angefragte abschließend an. Das sei ein Stück notwendige und guttuende Normalität.
PM-LVTK
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Absolutes Großereignis: Am 14. Februar 2026 schlängelte sich der 38. Apoldaer Faschingsumzug durch die Glockenstadt Apolda.
Foto: Jörg Schuster