Mit einer neuen Sonderausstellung »Gerhard Marcks. Frühe Holzschnitze aus der Sammlung HHW« präsentiert das Bauhaus-Museum Weimar erstmals öffentlich 29 herausragende frühe Holzschnitte von Gerhard Marcks. Anlass ist eine großzügige Schenkung des Sammler-Ehepaars Dr. Herbert und Hildegard Wippel, die mit großer Kennerschaft über Jahrzehnte eine exquisite Sammlung von Kunst auf Papier zusammengetragen haben.
Mit einer neuen Sonderausstellung »Gerhard Marcks. Frühe Holzschnitze aus der Sammlung HHW« präsentiert das Bauhaus-Museum Weimar erstmals öffentlich 29 herausragende frühe Holzschnitte von Gerhard Marcks. Anlass ist eine großzügige Schenkung des Sammler-Ehepaars Dr. Herbert und Hildegard Wippel, die mit großer Kennerschaft über Jahrzehnte eine exquisite Sammlung von Kunst auf Papier zusammengetragen haben.
»Mit der großzügigen Schenkung aus Privatbesitz wird ein exquisites Konvolut von 67 Holzschnitten des Bauhaus-Meisters Gerhard Marcks sinnvoll und geschlossen auf Dauer öffentlich zugänglich gemacht«, betont Dr. Annette Ludwig, Direktorin der Museen der Klassik Stiftung Weimar. Die Schenkung stärkt damit die Sammlungen der Stiftung in besonderer Weise: »Die Weimarer Graphischen Sammlungen avancierten damit schlagartig zur größten öffentlichen Eignerin des frühen Holzschnittwerks von Gerhard Marcks nach dem Gerhard-Marcks-Haus in Bremen.«
Die Schenkung umfasst insgesamt 90 Grafiken von Gerhard Marcks, von denen 67 Holzschnitte sind. Damit gelangt ein außergewöhnlich geschlossenes Konvolut in öffentlichen Besitz. Dr. Herbert und Hildegard Wippel haben über Jahrzehnte mit großem Sachverstand und Gespür für Qualität gesammelt. Ihre Schenkung ist zugleich ein eindrucksvolles Beispiel für die Bedeutung privaten Engagements für Museen und ihre Sammlungen. »Angesichts stets knapper werdender finanzieller und personeller Ressourcen ist Mäzenatentum für die Zukunftsfähigkeit des institutionellen Sammelns und Ausstellens essenziell«, so Dr. Annette Ludwig.
Die Ausstellung im Bauhaus-Museum Weimar versteht sich deshalb auch als Würdigung der großzügigen Schenkung: »Eine überaus kohärente und exzellente Sammlung von Kunst auf Papier, die wir mit der erstmaligen Präsentation von 29 ausgewählten Werken in einer Ausstellung feiern und damit auch den großzügigen Donatoren ‚Danke‘ sagen.«
Der Bildhauer Gerhard Marcks wurde 1919 von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus berufen. Bis 1925 leitete er die Keramikwerkstatt der Schule in Dornburg und prägte deren Entwicklung maßgeblich. Die Bedeutung dieser Werkstatt zeigt sich bis heute in der historischen Bauhaus-Sammlung des Bauhaus-Museums Weimar, die mehr als 90 keramische Objekte aus ihrem Umfeld bewahrt. Marcks’ künstlerische Haltung ging dabei keineswegs vollständig in der Bauhaus-Idee auf.
»Marcks stand der neuen Doktrin des Bauhauses von ‚Kunst und Technik als neuer Einheit‘ distanziert gegenüber. Er blieb seiner künstlerischen Haltung treu«, so Annette Ludwig. Gerade diese Eigenständigkeit macht ihn zu einer spannenden Figur innerhalb der Bauhaus-Geschichte. Die Holzschnitte eröffnen nun einen unmittelbaren Blick auf diese individuelle künstlerische Entwicklung. Inhaltlich zeigen die Arbeiten die große Bandbreite von Marcks’ Interessen. Neben Motiven aus dem ländlichen Alltag und der unmittelbaren Umgebung in Dornburg widmete er sich klassischen Stoffen wie Das Urteil des Paris oder dem Sagenschatz der frühen Edda. Die reduzierte, kraftvolle Formensprache des Holzschnitts erweist sich dabei als ideales Medium für Marcks’ intensive Auseinandersetzung mit Mensch, Natur und Mythos.
KSW
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Am 20. August 2026 wurde die Sonderausstellung »Gerhard Marcks. Frühe Holzschnitze aus der Sammlung HHW« eröffnet.
Foto Sowinski © KSW