Zum Ende der Sommerferien nehmen viele Menschen einen neuen Job an. Das sorgt für etwas Entspannung am Arbeitsmarkt. Eine Trendwende ist das aber nicht.
Erfurt. Der Thüringer Arbeitsmarkt bleibt trotz einer leichten Sommerbelebung angespannt. Mit dem Ende der Sommerferien nahmen im August zwar viele Menschen einen neuen Job an, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosigkeit liege aber weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert. Konkret waren im August 70.800 Menschen im Freistaat ohne Job und damit 1.200 weniger als im Juli. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,4 Prozent, im Juli hatte sie noch 6,5 Prozent betragen. Allerdings waren in diesem August knapp 2.000 mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat. Im August 2024 hatte die Arbeitslosenquote noch bei 6,2 Prozent gelegen. Stichtag für die diesjährigen Daten war der 13. August. «Mit dem Ende der Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ? viele Menschen haben eine neue Beschäftigung aufgenommen, eine Ausbildung begonnen oder starteten eine Qualifizierungsmaßnahme», sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Trotz der aktuellen Entspannung liege die Arbeitslosigkeit weiter deutlich über dem Vorjahreswert. Das zeige: «Der Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung, steht aber weiterhin unter Druck.» Positiv sei, dass Arbeitgeber seit Jahresbeginn wieder mehr Stellen anböten. Im August seien 3.100 neue Stellen angeboten worden und damit 400 mehr als im August 2024. Insgesamt meldeten sich im August 4.700 Menschen arbeitslos. Das waren laut Regionaldirektion 900 weniger als im Vormonat, aber 500 mehr als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosenmeldungen kamen demnach aus der Industrie und dem Handwerk, gefolgt vom Handel sowie Kfz-Werkstätten und der Arbeitnehmerüberlassung. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag bei rund 24.900. Das waren rund 300 weniger als im Juli, aber 1.100 mehr als im August 2024. Insgesamt waren zuletzt 35,2 Prozent der Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Arbeit. Auf dem Ausbildungsmarkt ist rund um den Start des Ausbildungsjahres noch Bewegung: Ende August waren laut Regionaldirektion noch 3.324 Ausbildungsplätze unbesetzt. Auf der anderen Seite standen 1.389 Bewerber, die noch unversorgt waren. Der Deutsche Gewerkschaftsbund sorgt sich generell um die Attraktivität des Ausbildungsstandortes Thüringen. Im vergangenen Jahr seien bereits 4.000 Azubis täglich zu ihrem Ausbildungsplatz in ein anderes Bundesland gependelt. Gerade die niedrige Tarifbindung in Thüringen schade der Attraktivität des Freistaates als Ausbildungsstandort, hieß es.Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent
Mehr offene Stellen als im Vorjahr
Viele neue Arbeitslose aus Industrie und Handwerk
DGB sorgt sich um Ausbildungsstandort Thüringen
(dpa/th)
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